Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kennt jeder mindestens eine Person im Bekanntenkreis, welche Schilddrüsenprobleme aufweist. Dabei ist es erst einmal nicht von Relevanz, ob Unter- oder Überfunktion oder hervorgerufen durch Autoimmunerkrankungen. 

Fakt ist, dass eine Schilddrüsenproblematik erhebliche Probleme mit sich führen kann.

Interessant im Hundebereich ist immer wieder, dass man beispielsweise bei Verhaltensaufälligkeiten eine halbe Wissenschaft daraus macht, ob der Hund nun aufgrund Rindfleischfütterung oder gar überhaupt aufgrund von rohem Fleisch aggressiv reagiert. Ebenso gibt es die andere Fraktion die auf Tryptophan im Getreide hinweist. Dies habe eine beruhigende Wirkung. In beiden Aussagen liegt irgendwo ein Funke Wahrheit. 

Aber zurück zum Thema, selten macht sich jemand Gedanken um das Jod.

Jod ist lebensnotwendig für die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Diese wiederum sind sicher vielen bekannt. Zusammen mit TSH werden diese drei Werte bei einem Schilddrüsenscreening im Blut analysiert.

Die Schilddrüse ist, so kann man sagen, die Peitsche des Körpers. Besteht eine Unterfunktion entwickeln wir uns zu Faultieren. Wir lummern auf der Couch und warten auf „nach die Sintflut“. Wir werden dick und träge. Bei einer Überfunktion sind wir ständig sozusagen „on fire“. Was machen wir schnell noch, wen muss ich anrufen, das muss ich noch erledigen und ah ja, die zwölfte To-Do-Liste kann ich auch gleich noch abarbeiten. 

Das Resultat: |

Also ein Strich in der Landschaft. Diese Sorte von: KannEssenwasichwillichnehmenichtzu 🙂

Aber leider ist es nicht ganz so lustig wie wir es darstellen. Wir brauchen diese Hormone für sehr sehr vieles. Der Herzschlag und Blutdruck werden hiermit reguliert; die Wärmeproduktion ist davon abhängig; allgemein sind diese Hormone der kompletten körperlichen Entwicklung und für den Energiestoffwechsel dienlich.

Und was braucht ein Hund so?

Um ein Beispiel zu nehmen: Ein 25kg-Hund benötigt täglich ca. 330 Mikrogramm Jod. Die für beste  natürliche Quelle sind Seealgen. Genauer gesagt Ascophyllum nodosum. Bei den guten Herstellern gibt es Analysedaten pro Charge. Der Jodinhalt wird hierbei meist in mg/kg angegeben. mg/kg sind analog zu Mikrogramm/Gramm. Enthält also ein Produkt 500mg/kg sind dies ebenfalls 500 Mikrogramm/Gramm. Brauche ich also 330 Mikrogramm pro Tag, dann sieht man auch ohne Dreisatz, man müsste täglich ca. 0,6 bis 0,7g Seealge zufüttern.

Wichtig hierbei ist, daß man die Seealge täglich füttert, damit die Schilddrüse auch davon profitieren kann. Würde man nur einen Esslöffel pro Woche geben, dann wird das meiste einfach wieder ausgeschieden.

Bei den Industriefuttern kann man davon ausgehen, dass genug Jod enthalten ist. Aber das sollte jeder für sich überprüfen. Eine Jodzugabe muss deklariert werden. Es gibt aber auch Hersteller, die kein Jod zusetzen und auch keine ersichtlichen Lebensmittel hinzufügen, die Jod ausreichend enthalten. Das ist dann irgendwie weniger gut.

Und die Barfer unter uns nehmen eben Seealge.

Wer auch immer also ein Faultier oder das Gegenteil zu Hause hat, könnte einmal an die Überprüfung der Jodfütterung denken 🙂