Wie oft kommen wir in den Stall und erwarten, dass sich unser Pferd freuen soll, dass es uns sieht und am besten gleich freudig brummelnd auf uns zu trabt?

Wie oft erwarten wir, dass unser Pferd still stehen soll beim Putzen und z.B. nicht gerade in dem Moment mit dem Schweif schlagen soll wenn wir gerade den Hinterhuf auskratzen?

Wie oft setzen wir voraus dass unser Pferd bei dem von uns für heute ausgedachten Training zu 100% körperlich und geistig konzentriert mitarbeitet?

Kann es nicht auch sein dass es gerade gefressen hat und sich dösend im Verdauungsprozess befindet?

Kann es nicht auch sein, dass es über den Tag verteilt schon viele juckende Insektenstiche erlitten hat und es genervt auf die einhundertundeinste Stechfliege mit kräftigem Schweifschlagen reagiert?

Kann es nicht auch sein, dass es körperlich beim Training nicht zu 100% bei der Sache ist, weil es evtl. vom Tag zuvor noch Muskelkater hat oder einfach nur erschöpft ist von einem schwülen Tag mitten im Fellwechsel?

Solche etwaigen ausgedachten Gründe kann uns unser Pferd natürlich nicht in Worten mitteilen und wir sollen jetzt auch nicht anfangen uns den Kopf zu zerbrechen warum was genau wie reagiert. Aber wir können anfangen mehr zu GEBEN und nicht nur voraussetzen selbstverständlich zu NEHMEN.

Wie wir das tun können? Indem wir ab und zu unsere Dankbarkeit unserem Pferd zeigen, das doch zumindest wenn wir darüber nachdenken FAST IMMER alles brav mitmacht um mit uns eine gute Beziehung zu pflegen.

Dafür brauchen wir kein weiteres Equipment, Seminar etc, sondern einfach nach getaner Arbeit ein paar Minuten Zeit unser Pferd einfach nur lieb zu streicheln. Denn eine gute Beziehung basiert auf Nähe und Zuwendung zu unserem Partner Pferd. Dies kann nur geschehen wenn wir aber auch in allererster Linie uns selbst „pflegen“. Denn nur so haben wir genügend Energie, mit der wir dann in der Lage sind, sie auch anderen zu geben. Sei es dem Partner Pferd, dem Partner Liebe oder auch einfach nur dem Partner einer guten Freundschaft. Denn wenn man müde und erschöpft ist, ist man schnell genervt und reagiert oft voreilig ungerecht.

Auf zu mehr Freude, Heiterkeit und Glück – denn das wollen wir doch alle gerne im Zusammensein mit unseren Pferden fühlen. Alltag ade – Ponyhof juche!

Eure Kathi von den Wirbel&Herzies