Es war ein anderes Jahr…
Traditionell setzen Kathi und ich uns kurz vor dem Jahreswechsel zusammen, gehen lecker Essen, ziehen ein Resümee über das vergangene Jahr und überlegen Verbesserungen und Veränderungen für das kommende Jahr. Wir beide machen sozusagen unsere eigene kleine Weihnachtsfeier.
Dieses Jahr war und ist alles anders.
Die Gastronomie hat geschlossen. Selbst Weihnachten wird anders, kleiner. Vielleicht besser? Silvester anders. Besser? Definitiv mit weniger Geböller, die Strassen werden leer sein.
Das Jahr hat viele geprägt. Man musste umdenken, umbuchen, umdisponieren.
Aber nicht nur die Viruserkrankung, die tagtäglich seit Monaten alle auf Trab hält, war das Prägendste. Viele haben natürlich auch weiterhin ihre ganz persönlichen Einzelschicksale erlebt.
So wurden auch wir leider nicht verschont und verloren Anfang des Jahres jemand aus der Verwandtschaft. Kurz vorher verloren wir unsere ehemalige Nothündin aus dem Tierschutz, die Ridgebackdame Queena, welche zumindest zwei tolle Jahre bei uns verbringen und erfahren durfte, wie schön es ist Hund zu sein.
Im Frühsommer musste Kathi schweren Herzens nach einer schwierigen Kolik ihr geliebtes Hottehü erlösen. 15 gefühlt ewige Jahre ging sie mit Nico durch Dick und Dünn, zehn Jahre davon durfte auch ich dabei sein. Manchmal gingen sie wie Rumpelstilzchen miteinander um 🙂, aber es verband sie eine tiefe Innigkeit, eine Symbiose, die Veränderungen in Kathis Leben, Handeln und Arbeit auslösten, die nun weit über die Regenbogenbrücke reichen. Und ich ziehe meinen Hut vor ihr, wie tapfer sie den Verlust hingenommen hat und trotz der Traurigkeit immer ein offenes Ohr und helfende Hände für Euch Patientenbesitzer hatte.
Und dann kam auch noch eine überschwängliche zwar ängstlich-traumatisierte aber so liebenswerte Galgo-Hündin Nala in unser Leben. Fünf Jahre alt. Hochspezialisierte Jägerin mit zwei Gehirnzellen, eine zum Jagen und eine zum Blödsinn anstellen. Sie bringt uns jeden Tag zum Lachen und hat zumindest unser Hunderudel wieder komplettiert.
Nichts davon hatten wir zum letzten Jahreswechsel auf dem Schirm, aber Dinge kommen wie sie kommen. Das muss man akzeptieren. Wie sagt man so schön, Krone auf und weiter geht’s.
Und natürlich ziehen wir trotzdem ein Resümee und denken zurück an die vielen Tiere, denen wir helfen durften. Die mit ihren Lahmheiten, Patellaluxationen, Kreuzband-OPs, Wirbelsäulenblockaden, Durchfällen, Allergien, Vestibularsyndromen zu uns kamen. Es erfüllt uns mit Freude, wenn wir sehen, dass es den Tieren dann besser geht, wenn Ihr Tierbesitzer Euren Tieren mit unseren Übungen weiterhelfen könnt und die Tiere dann manchmal ihrem Rollator nochmal entkommen können. Im übertragenen Sinne natürlich. Und es war dieses Mal wieder alles an Bord. Pferde, Katzen, Kälber, Esel, Hundewelpen, -omas und -opas. Es fehlte noch ein Hahn, dann hätten wir die Besigheimer Stadtmusikanten aufführen können.
Ja und die Pläne für 2021 sind auch groß. Im Körper fängt eine Krankheit dort an, wo Stillstand beginnt. So ist es auch im Leben. Unsere Praxis Symphonie für Euch Menschen wird sich vergrössern und unsere Praxis Wirbel&Herz ebenso. Das wird sich wahrscheinlich noch bis zum Frühsommer hinziehen, aber künftig werden wir eine komplette Etage für Hund‘ und Katz‘ zur Verfügung haben. Es sind Pläne für Workshops und Seminare in der Schublade. Lasst Euch überraschen, wir wollen noch nicht zu viel verraten.
Nun sagen wir vielen herzlichen Dank für Euer Vertrauen in uns und dass ihr trotz oder gerade wegen der Gesamtumstände weiter zu uns gehalten habt.
Wir wünschen Euch, Eurer Familie und Euren Vierbeinern ein wundervolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.
Bleibt gesund und ohne Missmut.
Herzlichst Eure
Katharina Hopfner und Roland Grünewald